SUITE MIT NEUEN SEITEN
Helmstedter Bachkantorei gab großartiges Konzert
Konzertkritik von Erwin Fronhöfer
Copyright Braunschweiger Zeitungsverlag 2005. Erstveröffentlichung 25.05.2005
HELMSTEDT
Foto: Hähnsen, BZV
Die Helmstedter Bachkantorei gab in der Stephanikirche ein Konzert erlesener Klasse. Beim "Concerto g-moll für Orgel, Streicher und Pauken" von Francis Poulenc lernten die Zuhörer zunächst ein apartes Orgelwerk kennen.
Als Gast stellte sich Barry Jordan vor, der sonst am Magdeburger Dom wirkt. Äußerst differenziert gelang ihm die Herausarbeitung der farbenprächtigen Klänge, die Darlegung der dynamischen, groß angelegten Übergänge. Bis auf eine kleine Unebenheit, die durch die Entfernung Orgel/Orchester entstand, stellte sich die Camerata Instrumentale Berlin in bester Verfassung vor, und Mathias Michaely dirigierte mit voller Hingabe, und so wunderte man sich nicht, dass stärkster Applaus die Leistungen anerkannte.
Die Festmusik zum 200. Geburtstag des nordischen Lustspieldichters Ludwig Holberg "Aus Holbergs Zeit" - Suite im alten Stil für Streicher von Edvard Grieg gelang in ihren fünf Sätzen so durchsichtig, so klar, dass man viele neue Seiten zu entdecken glaubte von dieser schönen Suite, die ursprünglich nur für Klavier komponiert war.
Großartiger Abschluss war die Wiedergabe des "Te Deums" von Anton Bruckner. Die Bachkantorei bewältigte die schwierigen Chorpassagen ausgezeichnet. Dazu kam ein Solistenquartett der Spitzenklasse mit Katharina Hohlfeld (Sopran), Ulrike Jäger (Mezzosopran), Maximilian Schmitt (Tenor) und Herbert Nagorni (Bass). Diese beeindruckende Hymne von Anton Bruckner leitete Michaely mit großer Sensibilität.
Langanhaltender Beifall und Bravorufe waren der Lohn.
Mittwoch, 25.05.2005