Geschichte – Wir über uns


» Aus dem Archiv der Bachkantorei

Bachkantorei

Die Helmstedter Bachkantorei ist 1966 durch Zusammenlegung mehrerer Helmstedter Kirchenchöre zum Zweck der Aufführung größerer oratorischer Werke entstanden. Unter ihrem Gründer Helmut Kruse und seinen Nachfolgern hat sie bis heute fast alle wichtigen Kompositionen der Oratorien­literatur z. T. mehrfach aufgeführt. Die Produktion von Tonträgern gehört ebenso zu ihrer Tätigkeit wie Uraufführungen und Konzertreisen im In- und Ausland.

Die Kantorei umfasst etwa 70 Sänger/innen aus Stadt, Landkreis, Propstei und darüber hinaus. Sie ist an der Kirchengemeinde St. Stephani angesiedelt und wird seit 1994 von Propsteikantor Mathias Michaely geleitet. Die Gestaltung von Konzerten, Gottesdiensten und Abendmusiken gehört zu den wichtigsten Aufgaben dieses übergemeindlichen Chores.

Seit dem Kriegsende 1945 wirken meist junge begabte Talente als Organisten und Chorleiter an Helmstedts gotischer Hallenkirche. 1946 beginnt Hans Lautner mit der Chorarbeit, die unter Arno Werners Leitung in den Jahren 47-50 kräftigen Auftrieb erhält. 1949 findet unter seiner Leitung eine Aufführung eines gekürzten Messias von Händel statt. Unter Wolfgang Schroeders Leitung findet im Bachjahr 1950 ein „Bachfest“ in Helmstedt statt. Träger ist die „Stadtkantorei“.

Günter Kruse

Mit Günter Kruse wird der erste hauptamtliche Kantor an St. Stephani angestellt. Der Kantorei wird ein Instrumental- und ein Bläserkreis angegliedert. Fehlende Finanzmittel lassen die Aufführung größerer Werke nicht zu.

Nach Günther Kruse (1951-58) folgt Kantor Paul Hoffmann im Kantorenamt. Während seiner Zeit gewinnt die Bläserarbeit an Gewicht. Besondere Beachtung findet ein von ihm komponierter Totentanz als szenische Aufführung im hohen Chor von St Stephani. 1964 wechselt Paul Hoffmann als Domkantor nach Bad Gandersheim.

Dr. Hartwig Otte

Dr. Hartwig Otte überbrückt die Vakanz bis zum Amtsantritt von Helmut Kruse.

Kruse

Im Herbst 1965 begann Helmut Kruse seine Tätigkeit als Kirchenmusiker in Helmstedt. Um größere Chorwerke aufführen zu können, organisierte er eine Zusammenarbeit der Helmstedter Kirchenchöre. Im Sommer 1966 wurde auf Initiative von H. Kruse die Helmstedter Bachkantorei gegründet, die er bis zu seinem Weggang 1972 leitete.

Die „Vereinbarung (...) zu einer Arbeitsgemeinschaft der Kirchenchöre St. Marienberg, St. Stephani und St. Walpurgis“ datiert vom 1. Juni 1966. Dieses Dokument kann somit als „Gründungsurkunde“ der Bachkantorei angesehen werden, obwohl es den heutigen Namen offenbar noch nicht gab – die Umbenennung der „Arbeitsgemeinschaft der Kirchenchöre ...“ in „Bachkantorei“ erfolgte erst etwas später.

Während seiner Zeit wurden bereits bedeutende Werke der Kirchenmusik aufgeführt, wie z. B.das Weihnachtsoratorium und mehrere Kantaten und Motetten von J. S. Bach, Chorwerke von Schütz und Buxtehude und Händels Messias.

Helmut Kruse gehörte zu den Gründern der Helmstedter Musikschule, die er ab 1968 auch leitete. Besonders zu erwähnen ist seine Arbeit mit Kinderchören und die Aufführung von Kinderopern und Singspielen.

Friedrich Peter-Isenbürger

Im Sommer 1972 trat Friedrich Peter-Isenbürger die Nachfolge von Helmut Kruse an. Von ihm wurde die erfolgreiche Arbeit mit der Bachkantorei fortgesetzt, indem er weitere große Werke der Chorliteratur einstudierte und zur Aufführung brachte. Zur Förderung des Chornachwuchses gründete er eine Jugendkantorei.

In Zusammenarbeit mit der Musikschule bildeten sich unter seiner Leitung mehrere Bläsergruppen, die auch für die kirchenmusikalische Arbeit zur Verfügung standen.

Mit den Chören unternahm er mehrere Konzertreisen in das Ausland, zum Beispiel nach Schweden und in die Helmstedter Partnerstädte.

Besonders zu erwähnen ist sein Einsatz für den Einbau der neuen Schuke-Orgel in die Stephani-Kirche.

F. Peter-Isenbürger ist der Mitinitiator der Domkonzerte Königslutter, bei denen die Bachkantorei über zwanzig Jahre mitwirkte.

Mathias Michaely

Seit 1994 ist Mathias Michaely Kantor an St. Stephani. 1963 in Saarbrücken geboren, studierte er Ev. Kirchenmusik in Herford und Detmold. Nach dem A-Examen 1991 sammelte er erste Berufserfahrung als Kreiskantor in Celle. Wichtige Impulse für seine Arbeit erfuhr er auf Kursen bei Martin Behrmann, Uwe Gronostay, Volker Hempfling, Jörg Straube und Eric Ericsson. Unter Mathias Michaely hat die Helmstedter Bachkantorei zahlreiche Konzerte absolviert, unter anderem „Elias“ von Mendelssohn, „Carmina Burana“ von Carl Orff, die Uraufführung des Oratoriums „St. Ludger“ von Niel v. d. Watt (einer Auftragskomposition zum Helmstedter Stadtrechtejubiläum 1997), eine gottesdienstliche Gesamtaufführung von Bachs Weihnachtsoratorium I-VI sowie Werke von Rossini, Honegger, Frank Martin u. v. A.

50 Jahre Bachkantorei

2016 feierte die Bachkantorei ihr 50-jähriges Bestehen

Im Gottesdienst am Sonntag Cantate fand das 50-jährige Jubiläum der Bachkantorei einen fulminanten Auftakt. Gemeinsam mit seinem Orchester interpretierte der Chor festliche Kantaten­sätze von Bach.

Zahlreiche Gäste waren zum „Geburtstagsfest“ erschienen, einige beteiligten sich auch musikalisch, so waren Stefan Runge von der Chor- und Singschule, Gheorghe Herdeanu von der Kreis­musik­schule sowie Landes­kirchen­musik­direktor Claus-Eduard Hecker im Orchester zu hören.

Die Predigt von Propst Gottwald sowie die Grußworte beim anschließenden Empfang, wo sich unter anderem Bürgermeister Wittich Schobert und der 1. stellvertretende Landrat Rolf-Dieter Backhauß äußerten, machten die allgemeine Wertschätzung dieser lang­jährigen musikalischen Arbeit und ihre Bedeutung für das Kulturleben in Stadt, Landkreis und darüber hinaus eindrucksvoll deutlich.

 
Titel der Chronik 50 Jahre Bachkanatorei

Eine 128 Seiten starke Chronik dokumentiert das 50-jährige Wirken der Helmstedter Bachkantorei.

Die Chronik ist käuflich zu erwerben für 15 €.