Presse – Neues aus der Bachkantorei
Braunschweiger Zeitung vom 20. Dezember 2011
Jubilierender Chor, jubelnde Zuhörer
Sänger und Musiker aus der Region interpretierten Bachs Weihnachtsoratorium in Helmstedter Stephani-Kirche
Von Heinz-Hermann Meyeringh
HELMSTEDT. Mut muss man ihm bescheinigen, dem Helmstedter Propsteikantor Mathias Michaely: Um sein Budget einzuhalten, entschied er sich, ein Projektorchester aus regionalen Instrumentallehrern und Laien zusammenzustellen und an Klausurwochenenden auf das große Ziel, die Bach-Vertonung der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2, 1-21) vorzubereiten.
Der Mut wurde belohnt: Seine ohnehin gut mit ihm harmonierende Bachkantorei und ein Quartett idealistischer Gesangssolisten vereinigte sich stimmlich mit dem satten Bläser- und Streicherklang zu einer durchaus musikdramatischen Interpretation der ersten drei Teile.
Das von Johann Sebastian Bach 1734 erstmals aufgeführte, im „Parodieverfahren“ zusammengesetzte Werk ist aus der vor- und weihnachtlichen Zeit nicht mehr wegzudenken.
Die von den jubilierenden Chorsätzen ausgehenden Teile I und III kontrastieren mit der pastoralen Einleitung des Mittelteils. Der drängenden Bass- und Tenorarie (8,15) stehen die innerlich bewegenden Altarien gegenüber, die ihren Höhepunkt im anmutigen Duett von Sopran und Bass (29) erreichen. Die meditativen, reflektierenden Choräle finden ihren Widerpart in der Dramatik der Rezitative. Diesen ständigen Gegensätzen klare Konturen zu geben, ist die nicht leichte Aufgabe des Dirigenten. Mathias Michaely meisterte sie mit genauen Tempovorgaben und deutlichen Gesten, ohne dabei theatralisch zu wirken.
Große Anerkennung auch den Gesangssolisten: Carmen Winkler im oben schon erwähnten Duett mit Stefan Runge, Neele Kramer mit ihrer warmen Altstimme, dem Tenor Danilo Tepsa in seiner ruhigen, textverständlichen Deklamation sowie der Meisterung der äußerst schwierigen Arie 15 und nicht zuletzt Stefan Runge für seine dem Oratorium durchaus angemessene Opernsprache. Claudia Michaely an der Orgel führte die Sänger sicher durch die Rezitative und war maßgebend am Orchesterklang beteiligt.
Die Zuhörer in einer gut gefüllten Stephani-Kirche spendeten enthusiastischen Beifall.
Mancher mag sich gefragt haben, weshalb Konzerte in dieser regionalen Zusammensetzung nicht zu einem Jahresprogrammpunkt werden könnten.

Die Bachkantorei und Gesangssolisten interpretierten das Weihnachtsoratorium.
Die Gesamtleitung hatte Mathias Michaely (auf dem Podest).
Foto: Volker Linne
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Braunschweiger Zeitung vom 08. November 2011
Ein Konzert mit seltener Perspektive
Bachkantorei interpretierte Requiem von Maurice Duruflé – Sollte an einem Totensonntag Applaus erklingen?
Von Heinz-Hermann Meyeringh
HELMSTEDT. Einen seltenen Blickwinkel konnten die zahlreichen Besucher des Konzertes zum Totensonntag in St. Stephani genießen: Den Altar im Rücken, schob sich in der Höhe die eindrucksvoll angestrahlte „Königin der Instrumente“ in den Fokus der Betrachter.
Tief unter der Orgel, vor der Westwand der Kirche, positionierte sich symbolträchtig die Bachkantorei. Zunächst erklangen von der Orgelempore fünf der zehn „Biblischen Gesänge op. 99“ von Antonín Dvorák, die er 1893 während seines Amerika-Aufenthaltes komponiert hatte: Miniaturen, die an Rezitative, Hymnen, Choräle oder Volkslieder aus der tschechischen Heimat erinnern.
Almut Marianne Kroll mit ihrem ausdrucksstarken lyrischen Sopran und Annette Elisabeth Arnsmeyer an der Orgel trafen den schlichten, romantischen Ton.
Aufwühlende, in sich variierende Motiv-Figurationen im Wechsel mit spannungsreicher Harmonik, dazwischen virtuose Kadenzen, angereichert mit Orgelpunkten sind Merkmale der „Litanies“ für Orgel von Jehan Alain aus dem Jahre 1937. Annette Elisabeth Arnsmeyer deutete das Werk eindrucksvoll als Vorahnung des Todes aus.
Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb Maurice Duruflé sein „Requiem für Chor, Sopran und Orgel“, op. 9. Dem 1986 verstorbenen Komponisten gelang ein Werk, das die Gedanken seines Schülers Alain fortsetzte: Von der Gregorianik inspirierte unisono- oder homophone Gesänge bitten um Ruhe für die Toten und werden immer wieder unterbrochen von Trauergesängen mit Steigerungen zu Klagerufen und deren Rücknahme in die Resignation.
Musikalisch eingekleidet werden die Requiemsteile in eingetrübte impressionistische Stufenharmonik und spätromantische Chromatik. Diese spannungsreiche Harmonik erfordert bei den Sängern sichere Intonation: Die von Mathias Michaely angenehm unauffällig geleitete Bachkantorei wurde dieser Anforderung absolut gerecht.
Darüber hinaus gelang es dem Chor, der Solistin und der Organistin, klangfarbliche und dynamische Abstufungen überzeugend einzusetzen.
Die Reaktion der Hörer offenbarte das Dilemma solcher Konzerte zum Totensonntag: Sollte Beifall verdienter Dank an die Interpreten sein oder als Zeichen der Trauer entfallen? Nach einigem Zögern entschieden sich die Besucher für die Referenz an die großartige Leistung der Interpreten.

Der Auftritt der Bachkantorei fand in der St. Stephani-Kirche fand in ungewohnter Blickrichtung statt, mit dem Altar im Rücken.
Foto: Volker Linne
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Braunschweiger Zeitung vom 24. Mai 2011
Spielfreude im Angesicht einer fast ausweglosen Situation
Oratorium „Auferstehung und Himmelfahrt Jesu“ trotz Verspätung und Krankmeldung am Ende ein Erfolg
Von Heinz-Hermann Meyeringh
HELMSTEDT. Entsetzt schauen Maria Magdalena, die Totenweiber und zwei Jünger in die leere Grabkammer Jesu. Duplizität der Ereignisse: Panik bei Kantor Mathias Michaely wegen der Krankmeldung Cornelie Isenbürgers, dann wegen der Verspätung des Berliner Orchesters „Camerata Instrumentale“, bedingt durch ein Radrennen und die Feiern zum Aufstieg von Hertha BSC.
Doch die kurzfristige Verpflichtung der Bielefelder Sopranistin Christin Mollnar und die schnell wiedergefundene Musizierfreude der übrigen Protagonisten sicherten den Erfolg des eindrucksvollen Oratoriums „Auferstehung und Himmelfahrt Jesu“ von Bach-Sohn Philipp-Emanuel und seinem wortgewaltigen Librettisten Karl Wilhelm Ramler in der Stephani-Kirche.
Carl Philipp Emanuel Bach erweist sich dabei schon als Vertreter des empfindsamen melodisch-harmonischen Übergangsstils zu Klassik und Romantik: Neben der Vokalpolyphonie und der musikalischen Rede seines Vaters benutzt er Gegensätze in der Affektdarstellung und programmatische Naturdarstellungen. Die musikalischen Unterschiede von Rezitativ und Arie verschwimmen. Dank einer mehr reflektierenden denn berichtenden Sprache Ramlers verliert das Secco-Rezitativ an Bedeutung. Die Chöre spiegeln die triumphale Begeisterung der gläubigen Christen über die Auferstehung Jesu wider.
Einer misslungenen Generalprobe folgt meist eine gelungene Aufführung – so sagt man. In diesem Fall sorgte eine fast aussichtslose Situation für entsprechend mehr Konzentration und Spielfreude. Christin Mollnar (Sopran) absolvierte mit Leidenschaft ihre beiden Arien, vor allem im Duett mit Chrstian Dietz (Tenor). Mit Thorsten Gödde (Bariton) beeindruckten die beiden Männerstimmen in ihren sehr umfangreichen Partien. Ein kühler Mathias Michaely wusste Orchester und Bachkantorei sicher zu führen und erweckte mit seinem Dirigat musikantische Begeisterung.
Abschließend zu erwähnen bleibt noch das ruhige, auf die Sänger eingehende Continuo-Spiel von Claudia Michaely und die virtuosen Einschübe der namentlich leider nicht bekannten Fagott-Solistin in der Bariton-Arie Nr. 15.
Insgesamt ein Konzert auf hohem Niveau – musikhistorisch und gattungsspezifisch interessant, im Eindruck eben „empfindsam“ und zu Herzen gehend.
Schade nur, dass die Kirche nur zur Hälfte gefüllt war. Die Freude an diesen eineinhalb Stunden konnte am heftigen Beifall trotzdem abgelesen werden.

Konzert am 22.05.2011 (Foto: Volker Linne, BZV)
Braunschweiger Zeitung vom 23. November 2010
Musikalische Fürbitte für Verstorbene
Helmstedter Bachkantorei setzte selten aufgeführtes Werk von Suppè eindrucksvoll um – Gedenken statt Beifall
von Jürgen Paxmann

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Braunschweiger Zeitung vom 4. November 2010
Bachkantorei tritt in Hannover auf
Vortrag jüdischer Musik in Marktkirche – Eine Woche später folgt das große Oratorienkonzert in Helmstedt
von Jürgen Paxmann

Die Stimme der Synagoge
Kritik zum Konzert am 14.04.2010 in der Helmstedter Zeitung
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Spiritualität war förmlich zu spüren
Helmstedter Bachkantorei tritt nach ergreifendem Konzert nun bei Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen auf
Von Dagmar Völling
HELMSTEDT. Einen außergewöhnlich berührenden Einblick in die Schönheit und Vielfalt der Synagogenmusik bot die Helmstedter Bachkantorei unter der Leitung von Andor Izsák am Sonntag. Unter dem Titel „Die Stimme der Synagoge“ konzertierte sie in der Helmstedter Stephani-Kirche.
Der Gedenktag der Schoah, der Opfer des Holocaust, der auf diesen Tag fiel, ist ein besonderer für die jüdische Welt. Propst Detlef Gottwald mahnte in seiner Ansprache wachsam zu sein, gegen jede Form des Antisemitismus. Er erinnerte an den jüdischen Kaufmann Israel Jacobson, dem an der Helmstedter Universität die Ehrendoktorwürde verliehen wurde.
Der Rabbiner war der erste, der im Jahr 1810 in Seesen eine Synagoge mit einer Orgel ausstattete. Zudem wurde dort nicht, wie sonst üblich auf Hebräisch, sondern auf Deutsch gepredigt und gebetet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfügten mehr als 130 Synagogen über Orgeln. Zahlreiche Kompositionen für Kantor, Chor und Orgelbegleitung entstanden. Die Pogromnacht 1938 setzte dieser Kultur ein jähes Ende.
Professor Andor Izsák, Leiter des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik in Hannover, erinnerte mit dem gebotenen Programm an die 200-jährige Geschichte der Orgel in deutschen Synagogen. Die großen Reformer der jüdischen Sakralmusik, die sich für die Verwendung der Orgel eingesetzt haben, bildeten einen Schwerpunkt im Konzertprogramm.
Nach der Eröffnung mit Mendelssohns Orgelwerk Präludium und Fuge c-Moll, virtuos dargeboten von Propsteikantorin Claudia Michaely, trat Andor Izsák vor die zahlreichen Besucher und versprach: „Die nun folgende Musik wird für sie gar nicht so fremd sein, sie beinhaltet bekannte Melodien.“
Was dann folgte, war eine wunderbare Symbiose zwischen Chor und Dirigent. Auf hohem Niveau präsentierten sie Werke von Louis Lewandowski „Der Herr ist mein Hirte“, „Wie der Hirsch lechzet“ und dem traumhaft schönen Psalm 84 „Wie lieblich sind deine Wohnungen“. Auch auf Hebräisch gesungen, ein einzigartiger Genuss. So zum Beispiel von Salomon Sulzer „Adon olom“.
Die Bachkantorei präsentierte sich stimmgewaltig und bestens vorbereitet auf die teils schwierigen Passagen. Die Sängerinnen und Sänger intonierten mit Präzision und ließen sich wunderbar führen von ihrem Gastdirigenten, der es grandios verstand, Akzente zu setzen. Mal zurückhaltend, dann wieder voller Dynamik.
„Ich freue mich sehr, dass ein Chor sich für diese Musik interessiert“, lobte Izsák „dieser Kirchenchor ist heute zu einem Synagogenchor geworden.“
Herausragend auch die Solisten Titus Witt (Bass) Svjatoslov Martynchuk (Tenor). Sandra Janke brillierte mit ihrer markanten Altstimme. Auch der Dirigent ließ es sich nicht nehmen, ein 3500 Jahre altes jüdisches Lied zu singen. Ein ergreifender Abend, an dem man die Spiritualität der jüdischen Sakralmusik förmlich spüren konnte.
Andor Iszák war so überzeugt von der Leistung des Helmstedter Chors, dass er ihn für einen Auftritt bei der Gedenkveranstaltung am kommenden Sonntag in Bergen-Belsen vorschlug. Erinnert wird dort an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 65 Jahren.
Der Hannoveraner Musikprofessor Andor Iszák am Pult vor die Helmstedter Bachkantorei.
Foto: Völling
Braunschweiger Zeitung, Helmstedt: 14. April 2010, Helmstedt Lokales, Seite H02
Konzert zum Reformationstag
Kritik zum Konzert am 31.10.2009 in der Helmstedter Zeitung
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Reformations-Symphonie als mitreißendes Musikerlebnis
Bachkantorei und Camerata Instrumentale begeisterten in der Stephani-Kirche
Von Barbara Lossau
HELMSTEDT. Anlässlich der Konzertreihe zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy erlebten die Besucher am Samstagabend ein besonderes Konzert in der Stephani-Kirche. Die Helmstedter Bachkantorei hatte sich musikalische Unterstützung durch die Camerata Instrumentale aus Berlin geholt.
Unter der Leitung von Mathias Michaely und mit Claudia Michaely an der Orgel erklangen die 5. Symphonie (Reformations-Symphonie) und die Symphonie-Kantate (Lobgesang) nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, Chor und Orchester.
Harmonisch navigiert
Der Reformations-Symphonie liegt das Luther-Lied „Ein feste Burg“ zu Grunde. Mit diesem Werk wurde des Thesenanschlags durch Martin Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg gedacht.
Harmonisch und akzentuiert navigierte das Orchester durch die ersten drei Sätze. Der chorale Schlusssatz wurde von der Helmstedter Bachkantorei stimmgewaltig und überzeugend vorgetragen. Trotz der schwierigen Akustik der großen Kirche war die Textverständlichkeit überwiegend gegeben, bis auf wenige Momente, in denen die eigentlich den Chor unterstützende Orgel dominierte.
Die Uraufführung des Lobgesangs fand im Juni 1840 in der Thomaskirche in Leipzig statt. In den chorischen Teilen der Symphonie ist das Lied „Nun danket alle Gott“ verarbeitet. 500 Instrumentalisten und Sänger waren daran beteiligt. Doch auch mit den kleineren Klangkörpern der Bachkantorei und der Camerata Instrumentale gelang Mathias Michaely eine mitreißende und klanggewaltige Vorstellung.
Klare Soli und Duette
Chor, Sopran und Tenor entwickelten in den neun Texten des zweiten Teils mit einem vom ersten bis zum letzten Lied währenden Spannungsaufbau ein mitreißendes und bewegendes Klangerlebnis. Die Sopranistinnen Katharina Hohlfeld und Karen Reifenstein (Berlin) und der Tenor Danilo Tepsa (Wiesbaden) überzeugten mit wunderschön klaren Soli und Duetten.
Besonders das mit viel Herzblut vorgetragene Solo von Tepsa „Hüter, ist die Nacht bald hin?“ fand großen Anklang beim Publikum. Mit beiden Symphonien erlebten die Zuhörer einen gewaltigen, nachhaltigen Klanggenuss.
Wolfsburger Nachrichten, Helmstedt: 2. November 2009, Helmstedt Lokales, Seite H04
© Braunschweiger Zeitungsverlag, 2009
Mendelssohn und Lewandowsky in St. Marienberg am 21.06.2009
Bericht von Erwin Fronhöfer in der Helmstedter Zeitung vom 24.06.2009
Interessantes Programm im Rahmen der Mendelssohn-Bartholdy-Reihe
Helmstedter Bachkantorei interpretierte zudem Werke von Lewandowski
HELMSTEDT. Ein interessantes Programm bot am Sonntagabend die Helmstedter Bachkantorei. Natürlich stand im Felix Mendelssohn-Bartholdy-Jahr dieser Komponist im Mittelpunkt. Ergänzt wurde die Vortragsfolge mit Werken von Louis Lewandowski (1821-1894), der einer der bekanntesten Komponisten der synagogalen Musik war.
Neben seinen Werken „Kol rinna utefilla“ und „Toda wesimra“ wurde er noch bekannt durch seine „18 Liturgischen Psalmen“, die 1879 erschienen. Die Psalmen 23, 25, 36 wurden aufgeführt und viele der Anwesenden hörten zum ersten Mal von diesem Tonschöpfer.
Es ist ein besonderes Verdienst von Propsteikantor Mathias Michaely, dass man so eine kleine Ahnung erhalten konnte, klar zu wenig, um sich ein Urteil bilden zu können.
Die Ausführenden neben der Bachkantorei, wie gewohnt bestens vorbereitet durch Mathias Michaely, waren Claudia Michaely (Orgelbegleitung), Carmen Winkler (Sopran und Violoncello), Claudia Scharmann (Sopran), Annetta Müller, die drei Alt-Soli eindrucksvoll sang, und Hanns-Henning Jäcke (Kontrabass).
Von Mendelssohn wurden neun Werke aufgeführt und drei von Lewandowski. Die Bachkantorei hatte die teils schwierigen Passagen sehr gut vorbereitet, und da keine negativen Vorfälle sich ereigneten, entstand das gewohnte positive Hörbild des Chores. Präzise die teilweise reinen Frauen- und Männerchöre.
Mathias Michaely spielte auf der Orgel „Andante alla Marcia B-Dur“, das „Andante D-Dur“ und das „Praeludium c-Moll“ virtuos und abwechslungsreich. Die Hymne „Höre meine Bitten“ wurde zum wirkungsvollen Abschluss.
Der Applaus nach dem Finale war sehr lang und kräftig.
Er

Die Bachkantorei trat mit Singstücken von Mendelssohn-Bartholdy an St. Marienberg auf. Foto: Linne
Braunschweiger Zeitung, Helmstedt, 24. Juni 2009, Helmstedt Lokales, Seite H08
Auftaktveranstaltung zum Mendelssohn-Jahr
Bericht von Erwin Fronhöfer in der Helmstedter Zeitung vom 06.02.2009

Kritik zur h-moll-Messe
Die Kritik zu unserem letzten Projekt von Erwin Fronhöfer in der Helmstedter Zeitung vom 05.11.2008
Viel mehr als ein Ständchen zum Geburtstag
Konzertkritik aus der Braunschweiger Zeitung vom 31.03.2008, Helmstedt Lokales
Gelungene Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana im Juleum in Helmstedt zum 175-jährigen Bestehen des Landkreises
HELMSTEDT. Rumms! Mit ohrenbetäubendem Schlag markiert die Pauke den Auftakt. Und mit einem satten Fortissimo fällt der Chor mit dem „O Fortuna“ dazu ein. Wie gut, dass die Mauern des voll besetzten Helmstedter Juleums von stabilen Säulen gestützt sind! Leise Töne sind halt selten bei der Carmina Burana.
Carl Orffs Werk ist eine Vertonung mittelalterlicher Lyrik, bei der pralle Lebensfreude und deftig-derbe Texte in straffer Rhythmik ihren Ausdruck finden.
Für die Helmstedter Bachkantorei ist es eine eher untypische Chorliteratur, aber wohl gerade deswegen sind alle Sänger mit Feuereifer bei der Sache, setzen ausgeprägte Akzente, die die wenigen Unsicherheiten schnell vergessen machen und den mitreißenden Charakter der Komposition mit greller Farbigkeit unterstreichen.
Männerchor meistert das Trinklied mit Bravour
Die Stimmen werden maximal ausgereizt, die küchenlateinischen mittelhochdeutschen Texte sauber artikuliert, darunter besonders beachtlich das reichlich respektlose Trinklied, dessen rasant-zungenbrecherischer Wortlaut vom offensichtlich nullpromilligen Männerchor mit Bravour gemeistert wird.
Für den Instrumentalpart, anstelle eines vollständigen Orchesters, fungieren Alexandra Sostmann und Judith Mosch, beide als perfekt eingespieltes „Duo Villarceaux“ den Helmstedtern wohl vertraut. Mit Leidenschaft und Präzision langen die beiden in die Tasten der Konzertflügel, denen man zwecks optimaler Klangentwicklung kurzerhand die Deckel abmontiert hat.
Dirigent muss mit Raumnot fertig werden
Die jungen Musiker von „Schlagwerk Total“ sorgen mit diversem, vor allem aber ordentlich lautem Schlaginstrumentarium für wummernde, klingende oder scheppernde Rhythmen, die Dirigent Mathias Michaely ungeachtet erheblicher räumlicher Einengung von seinem Podest in gewohnter Akkuratesse und Prägnanz vorgibt.
Die Solisten sind eine Klasse für sich. Danilo Tepsa macht den Schwan, der, obwohl (laut Text!) am Bratspieß rotierend, höchst lebendig aus voller Kehle schmetternd oder genüsslich mit der Kopfstimme rödelnd über sein Schicksal lamentiert. Toll!
Rebecca Nelsen präsentiert ihren volltönenden Sopran bei schmachtenden Liebesliedern, schweift mühelos bis in höchste Stimmlagen. Grandios!
Und Bariton Henryk Böhm brilliert mit Stimmstärke und unterhaltsamer Gestaltung, mimt in herrlich karikierender Manier den redselig deklamierenden Abt, der allerdings einige Schoppen intus hat. Super!
Und mit leuchtenden Augen und hellen Stimmen besingt der aufmerksam auf seinen Einsatz bedachte Kinderchor St. Thomas puttengleich Amors Aktivitäten.
Das Publikum ist begeistert von der rundum gelungenen Aufführung und applaudiert mit Nachdruck für dieses nette Ständchen - besser: dieses klangfarbenfreudige Knallbonbon – zum 175. Geburtstag des Landkreises Helmstedt.
Kl
Braunschweiger Zeitung, Helmstedt, 31. März 2008, Helmstedt Lokales, Seite H03
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Chor und Orchester immer auf Kurs gehalten
Konzertkritik aus der Braunschweiger Zeitung vom 24.12.2008, Helmstedt Lokales (Erwin Fronhöfer)
Publikum bedankt sich mit starkem Beifall für die Aufführung des Weihnachtsoratoriums in der St.-Stephani-Kirche zu Helmstedt
HELMSTEDT. Weihnachten ohne Weihnachtsoratorium? Das wäre für manchen Musikfreund wie Suppe ohne Salz! Und so verwunderte es nicht, dass die Besucher in Scharen am Samstag in die Haldenslebens Marienkirche und am gestrigen Abend in die Helmstedter St.Stephani-Kirche strömten, um die ersten drei Kantaten aus Johann Sebastian Bachs Dauerbrenner zu hören.
Mit großem Enthusiasmus intonierte die gut präparierte große Chorgemeinschaft aus Haldensleber Kantorei sowie der Helmstedter Bachkantorei und der Helmstedter Chorknaben die von markigen Pauken und Trompeten begleitete Aufforderung „Jauchzet, frohlocket!“ und die von tiefer Gläubigkeit geprägten wunderschönen Choräle.
Alle Beteiligten waren mit viel Elan dabei
Der Instrumentalpart wurde vom rege agierenden (erweiterten) Kammerorchester der Kreismusikschule Helmstedt solide bewältigt. Dass bei diesem Ensemble, das sich zum weit überwiegenden Teil aus Laien höchst unterschiedlichen Alters und Spielstärke zusammensetzt, manche Passage etwas rustikal geriet und gelegentliche Holprigkeiten nicht zu überhören waren, wurde durch den Elan, mit dem alle Beteiligten dabei waren, mehr als wettgemacht. Zumal die stringente Leitung von Mathias Michaely den großen Apparat aus Chor und Orchester immer sicher auf rechtem Kurs hielt.
Das Quartett der Solisten überzeugte
Das Solistenquartett passte sich hervorragend ein: Carmen Winkler mit klarem, vor allem in den Höhen volltönendem Sopran, Annetta Müller mit schlichter, gerade deshalb besonders überzeugender Altstimme etwa im gefühlvollen Wiegenlied „Schlafe, mein Liebster“. Armin Ahlers ließ mit leicht aufgeregtem Tenor die Freude der Hirten lebendig werden, während Stefan Runge mit viel stimmlichem Fundament die Bassarie „Großer Herr, du starker König“ zu Gehör brachte.
Das Publikum spendete zum Abschluss begeisterten Beifall für diese geradezu familiär anmutende Aufführung. Man darf wohl mit einiger Sicherheit annehmen, dass, wie es so treffend im vehement gesungenen Schlusschorus heißt, auch dem „Herrscher des Himmels die (gar nicht so) matten Gesänge gefallen“ haben.
KL
Braunschweiger Zeitung, Helmstedt, 24. Dezember 2007, Helmstedt Lokales, Seite H05
Der Beifall nahm kein Ende
Erfolgreiches Oratorienkonzert in St. Stephani
Von Erwin Fronhöfer
HELMSTEDT. Dem Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Edgar Patzelt von der katholischen Kirchengemeinde St. Ludgeri ist es nach 2006 erneut gelungen, das internationale Jugendsymphonieorchester Blue Lake aus Michigan (USA) nach Helmstedt zu holen. Der Erfolg war dabei noch viel größer als 2006 und der Beifall schien nicht enden zu wollen.
Zusammen mit der Helmstedter Bachkantorei und dem Blue Lake-Orchester wurde am Samstagabend in der Stadtkirche St. Stephani ein Oratorienkonzert der Sonderklasse veranstaltet, wie sich bald nach Beginn herausstellte. Es handelt sich dabei um eine Aufführung der „Festival Mass“ für Soli, Chor und Orchester von Ludolph Arens (1890 bis 1947). Bereits 1899 emigrierte der in Mainz geborene Ludolph Arens in die USA, gründete die erste Sommermusikschule Amerikas, aus der das Blue Lake Fine Arts Camp hervorging. Heute leitet Fritz Stansell, ein Enkel von Arens, das Camp.
Die „Festival Mass“ ist eine bemerkenswerte Komposition, die in die Zeit von Paul Hindemith, Heinrich Kaminski und Erich Wolfgang Korngold einzuordnen ist, aber auch amerikanische Ansätze, zum Beispiel an Aram Chatschaturian sind feststellbar. Zwölftonmusik wird vermieden, aber viele Schwierigkeiten sind in der Partitur verborgen.
Propsteikantor Mathias Michaely hat mit der Bachkantorei intensiv geprobt und leitete das Orchester, mit der herausragender Konzertmeisterin Bächer Smith, mit vielen Nuancen. Annette Müller (Alt), Carmen Winkler (Sopran), Norbert Blaschy (Bass) und Christian Wiebeck (Tenor) hatten die Solopartien übernommen und so zum Erfolg beigetragen. Die „Canterbury Lane“, die nach der „Mass“ den Abschluss bildete, wurde als Zugabe wiederholt. Heute gibt es um 19 Uhr im Bürgerhaus ein Dankeschönkonzert.
© Braunschweiger Zeitungsverlag 2007
Vom 09.07.2007 / BZ-Archiv
Musik zur Sterbestunde
Sigfrid Karg-Elert: Passionskanzone „Die Grablegung Christi“ Karfreitag, 6. April 2007

Sigfrid Karg-Elert (1877-1933) war einer der bedeutendsten und originellsten Komponisten von Orgelmusik des 20. Jahrhunderts sowie Musikschriftsteller und Harmonist. Er sah sich Ende der 1920er Jahre Anfeindungen durch Nationalsozialisten als „entartet“ und „atonal“ ausgesetzt.
Karg-Elerts Werke können als Fortführung Regerscher Harmonik bezeichnet werden. Beweis ist hierfür op. 84, die Passionskanzone, die die Helmstedter Bachkantorei unter Leitung von Mathias Michaely am Karfreitag 2007 aufführte.
Foto: Karg-Elert-Gesellschaft
Bis an die Grenzen der Atonalität: Der Schmerz war hörbar

Bild: Linne/privat, Braunschweiger Zeitungsverlag
Konzertkritik von Erwin Fronhöfer zur Aufführung am 06. April 2007
Seit einer Reihe von Jahren wird in St. Stephani an einer schönen Tradition festgehalten. Zur Sterbestunde am Karfreitag finden musikalische Andachten statt, bei denen das reine Wort keinesfalls zu kurz kommt, und Propst Detlef Gottwald hatte als Liturg diesen Anteil übernommen. » Zum Artikel
Höchstleistungen und zwei Glücksgriffe
Konzertkritik von Erwin Fronhöfer zur Aufführung von Bachs „Jesu meine Freude“ am 04. Juli 2004
Wie schon beim letztmaligen Konzert war auch diesmal wieder die Bachkantorei vor der Orgelempore platziert und davor dann der Klangkörper. Die Bänke wurden umgedreht. Die Zukunft wird zeigen, welche Form auf Dauer sich durchsetzen wird, noch gehen die Publikumsmeinungen auseinander. Für den Beginn des Konzertes hatte Propsteikantor und Leiter der Bachkantorei Mathias Michaely die Motette „Jesu, meine Freunde“ BWV227 von Johann Sebastian Bach gewählt. » Zum Artikel
Eine Sternstunde der Bachkantorei
Konzertkritik von Erwin Fronhöfer zur Aufführung der Nelson-Messe
HELMSTEDT.Um es vorwegzunehmen: All jene Freunde der klassischen Musik, die das Oratorienkonzert der Helmstedter Bachkantorei am Sonntagabend in der St.-Stephani-Kirche nicht besuchen konnten, haben etwas versäumt. Im gesamten Programm gab es keinen Schwachpunkt, da stimmte einfach alles. » Zum Artikel
Suite mit neuen Seiten
Helmstedter Bachkantorei gab großartiges Konzert
Konzertkritik von Erwin Fronhöfer zur Aufführung von Bruckners Te Deum
Die Helmstedter Bachkantorei gab in der Stephanikirche ein Konzert erlesener Klasse. Beim „Concerto g-moll für Orgel, Streicher und Pauken“ von Francis Poulenc lernten die Zuhörer zunächst ein apartes Orgelwerk kennen. » Zum Artikel
